Hike it till you like it: Weitwandern in Österreich 2.0

Wie wär`s mal ein bisschen zu wandern? Und anstatt einfach nur Tagestouren zu machen, zum Beispiel einen Weitwanderweg bestreiten oder einmal quer durch Österreich gehen. Zweiteres ist das, was ich, Laura, gemacht habe. Auf was man während dem Wandern achten sollte und wie ihr die perfekte Tour plant, verrate ich euch im zweiten Teil meines Weitwander-Berichtes. Hier könnt ihr mehr zur Vorbereitung lesen

Wie verhalte ich mich richtig am Berg?

Dieser Punkt ist mir ein besonderes Anliegen.

  • Der Müll. Immer wieder findet man Müll auf den Wanderwegen. Das muss nun wirklich nicht sein. Der oder die nächste, der/die vorbei kommt ist auch nur zu Fuß unterwegs und muss dann deinen Müll mittragen. Die Lösung: Einen kleinen Müllsack mitnehmen und den Müll mit vom Berg nehmen. Die Hütten haben übrigens auch keinen Müllabfuhr-Service, auch hier gilt: Müll wird von jedem selbst mit ins Tal genommen.
  • Das Grüßen. Am Berg ist man freundlich, egal ob einem der kleine Zeh schmerzt oder nicht. Das Grüßen ist ein MUSS. Ein Griasdi, Servus, Pfiati, etc. wird gerne gehört, wobei jedoch ein Grüß Gott dort oben nichts verloren hat, denn am Berg gilt die DU-Regel.
  • Der Respekt. Besonders in Naturschutzgebieten, aber auch in allen anderen Gebieten sollen die Tiere und ihre Lebensräume respektiert werden. Unnötiges rumschreien oder lautes Musikhören wird dort alles andere als gerne gesehen, egal ob Tier oder Mensch. Wanderwege sind für die Menschen, die Almenwiesen und Wälder für die Tiere. Wir benutzen also nur die markierten Wanderwege und überlassen den Tieren ihren freien und natürlichen Lebensraum.

Wie plane ich meine Routen für das Weitwandern?

Einer der wichtigsten Punkte, wenn es um angenehmes Wandern geht. Jeder schönen Wanderung ist eine gute Planung vorausgesetzt. Hier können einige Apps hilfreich sein, wie zum Beispiel Alpenvereinaktiv.at oder Fatmap. Schwer ist dies jedoch, wenn kein Empfang besteht und das ist bekanntlich in den Bergen gang und gebe. Da greife ich persönlich dann lieber auf die gute alte Wanderkarte zurück. Für diese braucht man keinen Handy-Empfang und man trägt ein bisschen zur Wanderwege-Erschließung und -erhaltung bei. 

Wie weit kann ich gehen?

20 Kilometer pro Tag sind ein guter Anhaltspunkt für Jede/Jeden, egal wie aktiv. Besser trainierte können easy 30 Kilometer oder mehr schaffen. Je kürzer die Weitwanderung ist, desto mehr kann man pro Tag einrechnen. Diese Angaben gelten für flaches Gelände, mit mehr Höhenmeter muss man mit geringerer Distanz rechnen. Pro 1000 Höhenmeter kann man ca. 6 Kilometer abziehen. Also eine Wanderung mit 1000 Höhenmeter und 14 Kilometer ist eine gute Tagesetappe, die jeder/jede schaffen kann.

Wie lange brauche ich für welche Distanz?

Mit 4km pro Stunde bist du gut dabei. Hier sind die Pausen schon eingerechnet. Bei den beschilderten Wanderwegen ist oft eine Zeitangabe angegeben, worauf man sich beim Weitwandern mit dem schweren Rucksack durchaus verlassen kann. Am besten ist es jedoch, die Route selbstständig im Höhenprofil nochmal anzusehen und auf der Karte zu „lesen“. So kann man sich selbst ein genaueres Bild über die Situation verschaffen und sich selbst gut einschätzen lernen.

Wie sieht das Wetter aus?

Wer ist schon gerne am Berg, wenn es gewittert? Keiner! Deswegen ist eine gute Planung im Hinblick auf das Wetter unausweichlich. Besonders im Sommer gilt: Lieber früher weggehen und einem Wärmegewitter entkommen, anstatt ober der Baumgrenze ins Gewitter zu kommen. Aber nicht nur das Gewitter stellt ein Problem da, auch die Mittagshitze. Es gilt wieder: Wer früher unterwegs ist, ist da klar im Vorteil.

Weitwandern in Österreich

Wo werde ich schlafen?

Im Zelt schlafen oder nicht, macht hier natürlich einen großen Unterschied. Im Gegensatz zur Pension kann man das Zelt (fast) überall aufschlagen. Achtung: In Österreich ist das Wildcampen verboten und es drohen Strafen im vierstelligen €-Bereich. Unbedingt vorher die gesetzliche Lage checken, denn die ist in jedem Bundesland anders! Wenn das Tagesziel eine Hütte ist, ist das Planen leicht. Es gibt meist sowieso keine andere Schlafmöglichkeit und die Wege zur und von der Hütte sind immer sehr gut beschrieben, beschildert und begehbar. Auch die Zeitangaben können (und sollen), wie schon oben erwähnt, durchaus ernst genommen werden. Wenn jedoch keine Hütte, sondern ein Ort das nächste Ziel ist, es dazwischen keine Möglichkeiten zum Schlafen gibt und es auch keinen offiziell beschilderten Weg gibt, ist es ein bisschen tricky. Da kann‘s schon passieren, dass man sich verkalkuliert. Falls das passiert, heißt es durchhalten, bis man zu einer potenziellen Unterkunft kommt. Aber hey, was wär‘ schon eine Weitwanderung ohne Spekulationen und Abenteuer.  

P.S.: Meine und unsere Erlebnisse könnt ihr gerne auf @ge.mmm.a nachverfolgen. Viel Spaß!

Credits: Markus Trattner Sebastian Brötzner