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Blasen am Fuß beim Wandern: So kannst du sie vermeiden und richtig behandeln

Bettina Huber

Gerade der Herbst eignet sich perfekt für malerische Wanderungen. Die Temperaturen sind angenehm, die Natur zeigt sich in bunten Farben und die Sonnenuntergänge sind besonders intensiv! Doch ganz schnell kann die Stimmung kippen, wenn sich ein unangenehmes Brennen an den Füßen bemerkbar macht und sich in weiterer Folge Blasen bilden. Jeder Schritt schmerzt nur noch und man kann sich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Um die schönste Wanderung nicht zum Höllenmarsch werden zu lassen, haben wir in diesem Blog alle Tipps und Tricks gesammelt, wie man Blasen vermeidet und was man tun kann, wenn es bereits zu spät ist. 

Wie entstehen eigentlich Blasen am Fuß?

Blasen entstehen vor allem durch eine Kombination aus Reibung, Druck, Wärme und Feuchtigkeit. Beim Gehen bewegt sich der Fuß im Schuh bei jedem Schritt minimal. Reibt dabei beispielsweise die Ferse immer wieder an derselben Stelle am Schuh, werden die verschiedenen Hautschichten gegeneinander verschoben. Durch diese wiederholte Belastung können sich die oberen Hautschichten voneinander lösen. Der entstehende Zwischenraum füllt sich mit Flüssigkeit – und schon ist die typische Blase entstanden.

Zusätzlich verstärkt Feuchtigkeit das Problem. Durch Schweiß oder nasse Schuhe wird die Haut weicher und dadurch empfindlicher gegenüber Reibung. Deshalb entstehen Blasen besonders häufig bei langen Wanderungen oder Touren bei Regen. Auch schlechtsitzende Schuhe, Falten in den Socken oder kleine Fremdkörper wie Sand und Steinchen können die Entstehung von Blasen begünstigen.

 

Wie vermeide ich Blasen am Fuß?

Wer schon einmal mit einer schmerzhaften Blase mehrere Kilometer laufen musste, weiß: Vorbeugen lohnt sich. Besonders wichtig sind dabei die richtige Schuh- und Sockenwahl sowie trockene und gepflegte Füße. Wenn man diese Tipps im Vorfeld beachtet, lässt sich die Entstehung von Blasen am Fuß sehr gut vermeiden. 

1. Alles beginnt mit der richtigen Schuhwahl

Der wichtigste Faktor ist ein gut passender Wanderschuh. Ist der Schuh zu groß, rutscht der Fuß bei jedem Schritt hin und her. Ist er zu klein, entstehen Druckstellen an Zehen und anderen Bereichen des Fußes. Deine Wanderschuhe sollten daher ausreichend Platz bieten, ohne dass dein Fuß darin zu viel Bewegungsspielraum hat. Besonders beim Bergabgehen ist genügend Platz im Zehenbereich wichtig, da der Fuß sonst ständig vorne im Schuh anstößt.

Neue Wanderschuhe solltest du außerdem nicht direkt bei einer mehrstündigen Bergtour einweihen. Laufe neue Schuhe zunächst auf kürzeren Strecken ein, damit du mögliche Druckstellen frühzeitig bemerkst und sich sowohl deine Füße als auch das Material aneinander gewöhnen können.

Auch die Schnürung spielt eine entscheidende Rolle. Sitzt der Schuh zu locker, rutscht besonders die Ferse. Ist er dagegen zu eng geschnürt, können unangenehme Druckstellen entstehen. Nimm dir deshalb vor der Wanderung und auch unterwegs ruhig Zeit, die Schnürung anzupassen.

2. Die korrekten Socken machen den Unterschied

Die besten Wanderschuhe bringen wenig, wenn die falschen Socken darin getragen werden. Für längere Touren eignen sich spezielle Wandersocken aus Funktionsmaterial oder Merinowolle besonders gut. Sie transportieren Feuchtigkeit besser vom Fuß weg und trocknen schneller als klassische Baumwollsocken. Baumwolle saugt Schweiß auf und bleibt lange feucht. Dadurch wird die Haut weicher und anfälliger für Reibung.

Achte außerdem darauf, dass die Socken:

- gut sitzen und nicht verrutschen
- keine unangenehmen Falten bilden
- möglichst wenige störende Nähte haben
- zur Größe deiner Wanderschuhe passen


Bei besonders langen Touren kann es sinnvoll sein, ein zweites Paar trockene Socken im Rucksack mitzunehmen. Sind deine Füße stark verschwitzt oder deine Socken durch Regen nass geworden, kannst du sie unterwegs wechseln.
 


3. Fußpflege ist wichtiger als man denkt

Auch die richtige Fußpflege kann dabei helfen, Blasen vorzubeugen. Sehr trockene, rissige Haut kann empfindlicher auf Belastung reagieren. Gleichzeitig sollte die Haut vor einer Wanderung aber auch nicht durch zu viel Creme aufgeweicht werden.

Halte deine Fußnägel kurz und gepflegt. Zu lange Nägel können vor allem beim Bergabgehen im Schuh anstoßen und zusätzlichen Druck auf die Zehen aufbauen.

Wenn du bereits weißt, dass du an bestimmten Stellen besonders schnell Blasen bekommst, kannst du diese Bereiche bereits vor der Wanderung mit Blasenpflastern, Hirschtalg oder speziellem Blasenbalsam schützen. Typische Problemstellen sind beispielsweise die Fersen oder einzelne Zehen.


4.
Die Füße immer trocken halten

Feuchtigkeit gehört zu den größten Risikofaktoren für Blasen. Deshalb solltest du versuchen, deine Füße und Socken möglichst trocken zu halten. Atmungsaktive Schuhe und Funktionssocken helfen dabei, Schweiß nach außen zu transportieren. Bei längeren Pausen kannst du außerdem Schuhe und Socken kurz ausziehen und deine Füße trocknen lassen. Bei Regen oder Wanderungen durch nasses Gelände ist es wichtig, dass möglichst wenig Wasser in den Schuh gelangt. Sind die Socken komplett durchnässt, solltest du sie nach Möglichkeit wechseln.

Bitte beachte, trockene Füße nicht mit ausgetrockneten, rissigen Füßen zu verwechseln. Die Fußhaut sollte weich und geschmeidig sein, um ideal gegen Reibung und Blasenbildung geschützt zu sein.


5.
Reagiere sofort auf erste Druckstellen

Der wahrscheinlich wichtigste Tipp: Ignoriere ein Brennen oder Reiben niemals!

Viele Wanderer laufen weiter, weil sie „nur noch schnell bis zur nächsten Hütte“ kommen möchten. Genau in dieser Zeit kann aus einer kleinen Druckstelle jedoch eine große Blase werden. Ein Stopp von wenigen Minuten kann dir später viele schmerzhafte Kilometer ersparen.

Sobald du eine unangenehme Stelle bemerkst:

1. Schuhe und Socken ausziehen.
2. Die betroffene Haut kontrollieren.
3. Fuß und Haut trocknen.
4. Die Stelle mit Tape oder einem Blasenpflaster schützen.
5. Feuchte bzw. nasse Socken wechseln. 
6. Schuhe anschließend gegebenenfalls neu schnüren.

 

Was kann ich tun, wenn ich bereits Blasen am Fuß habe?

Hat sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bereits eine Blase gebildet, hängt die richtige Behandlung davon ab, wie groß und schmerzhaft sie ist.

Kleine und geschlossene Blasen

Ist die Blase noch geschlossen und verursacht keine starken Schmerzen, solltest du sie möglichst intakt lassen. Die Haut über der Blase bildet einen natürlichen Schutz vor Schmutz und Keimen. Decke die Stelle mit einem Blasenpflaster oder einer geeigneten Polsterung ab. Ein gutes Blasenpflaster reduziert Druck und Reibung und kann das Weitergehen deutlich angenehmer machen.

 

Große oder sehr schmerzhafte Blasen

Bei einer sehr großen, stark gespannten Blase kann jeder weitere Schritt äußerst schmerzhaft sein. Wenn möglich, sollte auch hier die Hautdecke erhalten bleiben. Wird eine Blase geöffnet, steigt grundsätzlich das Risiko, dass Keime eindringen.

Bei zu viel Druck und hohen Schmerzen lässt es sich oft nicht vermeiden, unterwegs eine Blase zu öffnen. Dabei ist sauberes Arbeiten besonders wichtig. Wasche deine Hände, desinfiziere die Haut um die Blase und nutze eine sterile Nadel. Stich die Blase eher am Rand mit ein bis zwei kleinen Löchern auf. Es ist wichtig, dass die Flüssigkeit austreten kann, jedoch so viel wie möglich von der schützenden Hautschicht intakt bleibt. Anschließend solltest du die Stelle mit einem Blasenpflaster schützen und stets sauber halten.

 

Bereits offene Blasen

Ist eine Blase bereits aufgeplatzt, solltest du die Stelle vorsichtig reinigen und mit einem Spray oder einer Salbe desinfizieren. Verwende anschließend eine sterile Wundauflage beziehungsweise ein Blasenpflaster zum Schutz vor weiterer Reibung und um eine Entzündung zu verhindern.

Achte in den kommenden Tagen auf mögliche Zeichen einer Entzündung wie:

- zunehmende Rötung
- starke Erwärmung der Haut
- Schwellung
- Eiter oder ungewöhnliches Sekret
- stärker werdende Schmerzen

Treten solche Beschwerden auf, sollte die Wunde medizinisch abgeklärt werden. Das gilt besonders bei Vorerkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen.

 

Was gehört zur Blasen-Vorsorge in den Wanderrucksack?

Gerade bei längeren Touren lohnt sich ein kleines Blasen-Notfallset. Viel Platz braucht es nicht, kann aber im entscheidenden Moment die Wanderung retten.

Sinnvoll sind beispielsweise:

- Blasenpflaster in verschiedenen Größen
- geeignetes Sport- oder medizinisches Tape
- sterile Kompressen
- Wunddesinfektion in Form von Salbe oder Spray
- ein zusätzliches Paar trockene Socken

 

Kann ich mit einer Blase weiterwandern?

Das hängt stark davon ab, wie ausgeprägt die Blase ist. Eine kleine, gut geschützte Druckstelle muss nicht automatisch das Ende deiner Wanderung bedeuten. Sobald du jedoch deinen normalen Gang veränderst, um Schmerzen zu vermeiden, solltest du vorsichtig sein. Durch eine unnatürliche Schonhaltung können Knie, Hüfte oder der andere Fuß zusätzlich belastet werden. Eine Wanderung um jeden Preis fortzusetzen, ist daher nicht immer sinnvoll. Vor allem bei starken Schmerzen, einer offenen oder entzündeten Wunde solltest du überlegen, die Tour abzubrechen und den Fuß zu schonen.

 

Fazit

Grundsätzlich gilt: Blasen am Fuß sind nicht nur ein Problem beim Wandern. Unsere Tipps lassen sich für fast alle Outdoor-Sportarten anwenden, bei denen man lange festes Schuhwerk trägt. Ganz gleich ob beim Laufen, Inlineskaten, Tennis oder am Klettersteig, wenn du unsere goldenen Regeln beachtest, lassen sich auch dort Blasen am Fuß ganz einfach vermeiden. 

Nochmal zur Erinnerung: Warte nicht, bis aus einem leichten Reiben eine schmerzhafte Blase geworden ist. Eine kurze Pause, ein Blasenpflaster und Sockenwechsel können ausreichen, um deine Füße zu schützen.

Wenn du nun richtig Lust auf eine schmerzfreie Herbstwanderung bekommen hast, sieh dir auch noch unseren Blog zu Must-Have Accessoires für den Herbst an. Mit dem richtigen Wanderoutfit und unseren Tipps gegen Blasen steht deiner kommenden Wanderung nichts mehr im Weg!


Credits: Elias Neier

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