Top 6 Rennrad-Pässe in Europa für echtes Grand-Tour-Feeling

Dominik Gaßner
14.08.2026

Die Tour de France, der Giro d’Italia und die Vuelta a España sind die drei „Grand Tours“ des Radsports. Sie sind unter anderem für ihre beeindruckenden Hochgebirgsetappen mit Tausenden Zuschauern und atemberaubenden Bergkulissen bekannt. Viele Radsportfans, die Pogačar, Vingegaard und Co. schon einmal bei einer dieser Bergetappen verfolgt haben, verspüren danach selbst die Lust, einen dieser Rennrad-Pässe mit dem Rad zu erklimmen. Daher stellen wir euch in diesem Blogbeitrag fünf ikonische Hochgebirgspässe in Europa vor, auf denen ihr selbst in die Rolle der Radsportprofis schlüpfen und die atemberaubende Bergkulisse genießen könnt.

Top-Rennradpässe in Europa

Stilfser Joch / Passo dello Stelvio – Italien

Das Stilfser Joch ist für seine 48 Kehren und die riesige Serpentinenwand im oberen Abschnitt bekannt. Wie die meisten Pässe kann man auch das Stilfser Joch von zwei Seiten aus befahren: von Bormio oder von Prad. Die Auffahrt von Prad ist die bekanntere und führt zum berühmten Stelvio-Fotospot mit seinen schier unendlichen Serpentinen.

Nach dem Start im Vinschgau überwindet man auf rund 25 Kilometern etwa 1.850 Höhenmeter, bis man schließlich auf 2.760 Metern das Ziel erreicht. Von Bormio aus ist die Strecke einige Kilometer kürzer und weist rund 300 Höhenmeter weniger auf. Mit mehreren Tunneln und 40 Kehren ist die Auffahrt allerdings nicht weniger abwechslungsreich und anspruchsvoll.

Wer den Passo dello Stelvio selbst befahren möchte, sollte dies am Stelvio Bike Day tun. An diesem Tag sind keine Autos und Motorräder erlaubt, sodass die Straße ausschließlich den Radfahrern gehört. Dieser Autofreie Tag findet immer Ende August statt.

Col du Galibier – Frankreich

Der Col du Galibier ist einer der eindrucksvollsten Hochgebirgspässe der Welt. Auf 2.642 Metern Höhe erwartet dich eine raue, kahle Landschaft mit weiten Ausblicken auf die umliegenden Gletscher. Die Nordauffahrt von Valloire umfasst auf 18 Kilometern rund 1.240 Höhenmeter, während die Südauffahrt nur acht Kilometer lang ist und etwa 600 Höhenmeter aufweist. Zuvor muss man jedoch den Col du Lautaret erreichen, wodurch sich der südseitige Anstieg um 28 Kilometer und zahlreiche Höhenmeter verlängert.

Für ambitionierte Kletterspezialisten lohnt es sich, vor dem Galibier auch noch den zwölf Kilometer langen Col du Télégraphe mit seinen rund 850 Höhenmetern mitzunehmen. Diese klassische Tour-de-France-Gebirgskombination bietet alles, was das Rennradherz begehrt, und belohnt mit atemberaubenden Ausblicken auf die umliegende Gebirgslandschaft.

Wie am Stilfser Joch gibt es auch am Galibier einen autofreien Tag. Dieser findet meist Anfang August statt.

Furkapass – Schweiz

Mit dem 2.430 Meter hohen Furkapass hat auch die Schweiz einen der spektakulärsten Alpenpässe zu bieten. Er verbindet Realp im Kanton Uri mit Oberwald im Wallis. Die Ostauffahrt von Realp gilt mit zwölf Kilometern und knapp 900 Höhenmetern als die einfachere und gleichmäßigere Variante.

Wer allerdings landschaftliche Dramatik bevorzugt, sollte etwas mehr Kraft investieren und die 16 Kilometer lange Westauffahrt von Oberwald mit ihren 1.064 Höhenmetern wählen. Dabei kommt man auch an der berühmten Straßenkurve aus dem James-Bond-Film „Goldfinger“ und am bekannten Hotel Belvédère vorbei.

Alternativ kann man von Realp hinauffahren und anschließend bis zum Hotel Belvédère, das rund drei Kilometer unterhalb des Gipfels liegt, hinunterfahren, um die Highlights und das Flair beider Seiten zu genießen.

Alto de l’Angliru – Spanien

Manche Gebirgspässe werden wegen ihrer Aussicht berühmt, andere wegen ihrer Geschichte. Der Alto de l’Angliru ist berühmt, weil selbst die besten Radfahrer der Welt dort nur noch versuchen, nicht stehen zu bleiben. Auf gut zwölf Kilometern verwandelt sich eine grüne asturische Bergstraße in eine Abfolge brutaler Rampen, deren Steigung an der Cueña les Cabres mehr als 23 Prozent erreicht.

Der Angliru ist kein klassischer Pass, da die Straße nur von einer Seite hinaufführt und keine Überquerung möglich ist. Die zwölf Kilometer und rund 1.240 Höhenmeter haben es allerdings in sich und sorgten nicht ohne Grund bereits mehrmals für eine Vorentscheidung im Gesamtklassement der Vuelta a España.

Sa Calobra – Spanien / Mallorca

Wem das Hochgebirgs- und World-Tour-Feeling nicht ganz so wichtig ist und wer stattdessen ein landschaftliches Highlight erleben möchte, sollte anstelle des Angliru lieber Sa Calobra auf Mallorca befahren. Diese berühmte Rennradstrecke führt zunächst einige Höhenmeter hinauf zum Coll dels Reis, anschließend hinunter zur Meeresbucht und danach auf derselben Straße wieder nach oben.

In der Hauptsaison wird man hier von Tausenden anderen Radfahrern begleitet. Die Sa-Calobra-Straße ist zehn Kilometer lang und überwindet rund 680 Höhenmeter. Im Gegensatz zum Angliru ist sie nicht allzu steil, angenehm rhythmisch zu fahren und begeistert mit unzähligen Kurven sowie spektakulären Blicken auf das Meer.

Großglockner-Hochalpenstraße – Österreich

Die Großglockner-Hochalpenstraße liegt, wie der Name bereits verrät, am Fuße des höchsten Berges Österreichs und verbindet die Orte Fusch beziehungsweise Ferleiten im Salzburger Land mit Heiligenblut in Kärnten.

Von Bruck in Salzburg bis zum höchsten Punkt, der Edelweißspitze auf 2.571 Metern, legt man auf der Nordseite 29 Kilometer und rund 1.800 Höhenmeter zurück. Dabei durchfährt man verschiedene landschaftliche Welten: Von Wäldern und Wiesen über offene Hochalmen bis hin zu kahlen Felslandschaften und Schneefeldern ist hier alles dabei.

Die Kehren am Ende des Anstiegs sind weitläufig und breit und verteilen sich über ausgedehnte Berghänge. Dadurch wirkt die Straße besonders groß und monumental. Die Edelweißspitze ist allerdings nicht die eigentliche Passhöhe. Das Hochtor beziehungsweise das Fuscher Törl liegt mit 2.428 Metern etwas niedriger und verbindet die beiden Seiten miteinander, während eine separate Gipfelstraße auf die Edelweißspitze führt.

Die Südauffahrt von Heiligenblut ist etwas kürzer und führt „nur“ über 16 Kilometer und rund 1.200 Höhenmeter. Landschaftlich steht sie der Nordauffahrt allerdings in nichts nach und ist zudem nicht so steil wie manche Abschnitte der Nordauffahrt.

Perfekt vorbereitet in den Rennrad-Urlaub in Europa

Wie man sieht, bekommt man das Grand-Tour-Feeling nicht nur in Frankreich, sondern beinahe überall in Europa. Jedes Land bietet Rennradfahrern andere Highlights und spannende Rennrad-Routen, die einem körperlich alles abverlangen und gleichzeitig landschaftlich begeistern.

Vor allem im Sommer ist eine gute Vorbereitung auf solch anstrengende Gebirgsetappen das Um und Auf. Sowohl bei starker Sonneneinstrahlung als auch bei schnellen Abfahrten ist der Schutz der Augen vor Wind, UV-Strahlung und Fremdkörpern unerlässlich, um das Ziel sicher und komfortabel zu erreichen.

Mit der nagelneuen Fahrradbrille THE SHYFT von NAKED Optics bekommst du nicht nur eine Brille, die dich schützt, sondern auch eine, die wirklich passt und weder verrutscht noch drückt. Mithilfe eines Face-Scans wird diese Multisportbrille an deine Gesichtsbreite angepasst und anschließend im 3D-Drucker speziell für dich gefertigt. Wer dazu noch den passenden Helm sucht, findet mit dem DRAFT die perfekte Ergänzung.

Credits: Elias Neier

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